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Wie wir bereits berichteten fand am Sonntag das 50jährige Stiftungsfest der hiesigen Stadt Feuerwehr statt. Trotz des nassen Wetters hatte sich ein zahlreiches Publikum als Zuschauer, zu den Übungen am Nachmittag auf dem Schulhof eingefunden.
Die Wehr war pünktlich nachm. 2 Uhr auf dem Schulhof unter dem Oberkommando des Herrn Ortsbrandmeisters Machleb angetreten. Hier hatten sich in zwischen Herr Bezirksbrandmeister Ostreich, Herr Bezirksbrandmeister Stadtvertreter Meyer. Sowie Vertreter der Stadtfeuerwehr Buttstädt, sowie die Vertreter der städtischen Behörden Herr Bürgermeister Kotsch und Herr Lehrer Jung Stadtratsvorsitzenden als Gäste eingefunden. Nachdem die Wehr zum Exerzieren angetreten war, traf inzwischen der Vertreter des Herrn Landrats, Herr Kreisrechtsrat Dr. Künzel Weimar ein und wurde von den Vertretern der Stadt, den beiden Bezirksbrandmeistern. den Vorsitzenden der Sanitätskolonne Herrn Dr. Dinger usw. herzlich begrüßt. Die Wehr begrüßte Herrn Dr. Künzel mit einen kräftigen „Guten Tag“ Kameraden, was ebenso kräftig erwidert wurde und schritt dann die Front ab. Das schneidig und exakt durchgeführte Exerzieren endete mit einem strammen Vorbeimarsch vor den Vorgesetzten.
Hierauf wurde zu einer groß angelegten Geräteübung geschritten, auch diese wurde unter Leitung der Unterführer und Oberleitung des Ortsbrandmeisters gut durchgeführt und fanden die Anerkennung der Vorgesetzten. Die einzelnen Unterführer sind folgende Ortsbrandmeister - Stellver. Wilh. Künzler (Zugführer des Schlauchwagens) Zeugwart und Zahlmeister P. Becke (Führer der Landspritze) Oberfeuerwehrmann Gothe (Führer der mechanischen Leiter) Oberfeuerwehrmann Krämer (Führer der Zubringerspritze) Oberfeuerwehrmann - Stellver. Erich Wenig (Führer der Leitermannschaft) und Zugführer Kurt Zwickel und Kurt Künzler (Führer der Druckmannschaft).
Viel Interesse fand die Vorführung einer alten Stoßsaugspritze mit Wenderohr aus dem Jahre 1745 und musste hierbei anerkannt werden, dass diese eine für damalige Verhältnisse gute Wirkung erzielte. Das Wasser wurde hier mit sog Wassereimern herangeholt. Eine für wahr schwierige Arbeit bei großen Bränden.
Ebenso instand und mit guter Wirkung war die Zubringerspritze aus dem Jahr 1845 hier wurde das Wasser direkt aus dem Hydranten entnommen. Sodann auch aus einen bereit gestellten Fass um den Sauger auszuprobieren. Alle Einrichtungen Spritzen wie sonstige Geräte, sind in bester Ordnung und funktionieren bestens.
Zum Schluss wurde von der Firma Dittmann Weimar eine Kleinmotorspritze so genannte 800 Literspritze vorgeführt. Die Spritze wurde an die Hydranten der Wasserleitung angeschlossen und ebenso wurde der Sauger in ein Stauwehr der Lossa in der Markstraße gelegt. Die Leistung wie Wirkung war eine bei 5 Angriffsrohren staunenswert. Der Druck war so Stark und erreichte eine Höhe die unter Umständen ein anlegen von Leitern vollkommen entbehrlich macht. Bemerkt sei hierbei nur kurz, dass sich die Anschaffung bei einem Preis von etwa 4000,-RM für eine Gemeinde auf ca. 700.-RM stellen, da die Erstattung von ca. 75 % von Seiten des Staates und … etwa 900,-RM in Frage kommen.
Die Kleinmotorspritze hat außerdem den Vorteil, dass sie leicht transportierbar und überall hingestellt werden kann. Allein im Landkreis Eckartsberga sind 26 solcher Kleinmotorspritzen vorhanden.
Ein gemeinsamer Kaffee beschloss den Nachmittag im Ratskeller. Bereits lange vor 8Uhr abends war der schön gestaltete Kurhaussaal bis auf den letzten Platz belegt und man sah alle Schichten der Bevölkerung ein Zeichen, dass sich unsere Feuerwehr in allen Schichten der Bevölkerung ohne Ansehen der Person, großer Beliebtheit erfreut.
Eingeleitet wurde der Abend mit einem Festmarsch von der Kapelle Reinhardt Brand, welche überhaupt den Abend mit einer erstklassigen Konzertmusik versorgte außerdem gab Herr Konzertmeister Buchert einige Solis zum Besten, wofür ihm lebhafter Beifall gezahlt wurde. Nach dem Festmarsch erfolgte ein Vorspruch von Frl. Anni Künzler
„Der Feuerwehr zum 50jährigen Jubiläum“ ‚hierauf ergriff Herr Oberbrandmeister Machleb das Wort zur Begrüßungsansprache. Er ging zunächst auf die Vorbereitung zum 50jährigen Jubiläum ein und begrüßte ganz besonders den Herrn Bürgermeister als Chef der Feuerwehr, weiter begrüßte er die Ehrenmitglieder, die Herren Waldemar Tischner und Otto König den Kreisbrandmeister des Kreises Eckarsberga, Herrn Steinkopf Beichlingen, die Sanitätskolonne und ganz besonders auch die anwesenden alten Gründer und schließlich bis in zahlreich ... . Weiter führte er aus, dass ja Feuerwehr und Bürgerschaft zusammen gehören und gerade sie bilden eine Volksgemeinschaft.
Hier gibt es nicht rechts noch links, nicht reich noch arm, hier heißt es „Einer für alle und alle für Einen“ Mit einen „Guten Wehr!“ schloss er seine Begrüßung.
Herr Bürgermeister Kotsch nahm nunmehr das Wort und dankte als Vertreter der Stadt für die Einladung und übermittelte schließlich die besten Wünsche der Stadt. Er dankte ferner den Ehrengästen und besonders dem Herrn Kreisbrandmeisters Steinkopf, dieser Besuch gebe Zeugnis von ganz besonderm kameradschaftlichem Geist. Weiter übermittelt er die Grüße und Wünsche der Kreisverwaltung. Er erwähnt weiter, dass 50 Jahre eine lange Zeit ist in dem so recht der Wahlspruch „ Dem Nächsten zur Wehr, Gott zur Ehr“ zur Bedeutung geworden ist. Die gute Schlagfertigkeit unserer Wehr ist bewiesen und die Einwohnerschaft kann beruhigt sein „ Auch wird die Wehr hier nicht als Stiefkind behandelt, sondern die Belange der Wehr werden stets von der Stadt voll und ganz vertreten. Besonderes Lob verdiene Herr Ortsbrandmeister Herr Machleb, aber auch die Unterführer und Mannschaften. Der Einwohnerschaft ist jederzeit der Schutz durch die Wehr infolge ihrer guten Arbeit garantiert. Weiterhin erwähnte er gleichzeitig, dass es günstig zusammentreffe, da auch gerade in diesen Tagen unsere Stadt 450 Jahre Stadtrecht besitze, die im Jahre 1582 durch Friedrich den Sanftmütigen der Stadt verliehen wurde.
Herr Bezirksbrandmeister Östreich dankte in seiner Eigenschaft als Aufsichtsbeamter des Feuerwehrbezirkes für die Einladung und übermittelte ebenfalls die besten Wünsche. Ohne viele Worte könne er feststellen, dass die Wehr Rastenberg zu seinen besten im Bezirk gehöre. 27 Wehren habe er zu betreuen und könne sich daher ein Urteil bilden.
Nunmehr ergriff Herr Machleb das Wort zu seinem eigentlichen Festvortrag, in dem er auf die Gründung, die Gründer selbst einging und diese mit Namen nannte, soweit dieses natürlich an Hand der Alten noch möglich ist. 21 dieser alten Herren sind noch am Leben und nahmen zum Teil an der Feier teil. Weiter erwähnte er die früher vorhandenen Geräte und Einrichtungen und Diese bis zur Jetztzeit. Die Namen der Ortsbrandmeister und die Zeit ihrer Tätigkeit zog ebenfalls an uns vorüber. Die in den langen Jahren vorgekommenen Brände werden ebenfalls genannt. Schließlich wird des großen Weltkrieges 1914 - 1918 gedacht, zu dem viele brave Kameraden eintreten mussten. 7 Kameraden fielen fürs Vaterland, es sind dies die Feuerwehrkameraden Hugo Albrecht, Paul Peter, O. Laue, W. Becker, Fritz Weißenborn o. Schuchardt und Fr. Nürnberger.
Im Jahre 1909 wurde die Stadt Wasserleitungshochdruckleitung der Wehr übergeben, außerdem wurden noch 8 Stauwehre in der Lossa angelegt. Eine gute Feuerwehr ist die beste Kapitalanlage.
Herr Kreisbrandmeister Steinkopf bringt der Rastenberger Wehr mit den Zitaten Paul Lindenbergs ebenfalls die besten Wünsche zum 50jährigen Jubiläum dar und findet besonders markante Worte der Kameradschaft Opfermut ist der Geist der Pflichterfüllung für die Feuerwehrkameraden. Seine Worte klangen aus in der Mahnung für die nächsten 50 Jahre vorwärts und aufwärts.
Der Vorsitzende der Sanitätskolonne. Herr Dr. Dinger, dankt ebenfalls für die Einladung und schlisst sich den Wünschen an. Feuerwehr und Sanitätskolonne gehören zusammen und ganz besonders den Luft- und Gasschutz.
In einem längeren Vortrag geht Herr Bezirksbrandmeister Östreich auf

a) Organisation und Gliederung des Feuerlöschwesens in Thüringen und Reich

b) Unfallfürsorge für die Wehren einst und Jetzt und

c) Feuerwehr- Unterstützungskasse Rastenberg

ein. Sein Vortrag fand lebhaftes Interesse und frischer Beifall dankte dem Vortragenden.
Nach einigen Konzertstücken werden nun einige lebende Bilder über das Wirken der Feuerwehr gezeigt, worauf die Vorführung des Einakters „Der Speicherbrand“ oder ,,Gut Wehr“ folgte in dem die Mitwirkenden (Frl. G. Meyer, Anni Künzler, Herr Kurt Künzler, Engel, Baumgarten und G. Wenig) ihr Bestes gaben. Viel Heiterkeit löste der Vortrag „Der neue Spritzmotor“ aus.
Manche kräftige Worte wurden noch gesprochen, bei denen besonders der Damen gedacht wurde, ebenso wurde Herr Ortsbrandmeister Machleb gefeiert.
Ein gemütlicher Tanz hielt die Teilnehmer bis in die frühen Morgenstunden beisammen.